| Das Internet - als Medium der Informationsübermittlung Wenn man es mit Radio, Fernsehen oder der guten alten Tageszeitung vergleicht, ist das Internet eigentlich noch ein ziemlicher Jungspund. Und trotzdem – es hat sich in atemberaubender Geschwindigkeit zu einer Art grenzenlosem Wissensspeicher entwickelt. Ein bisschen wie ein Dachboden, auf dem nicht nur alte Schätze liegen, sondern auch jeden Tag neue Kisten abgestellt werden. Nur, dass hier nicht Staub, sondern Daten, Ideen, Geschichten und Kultur aus allen Ecken der Welt lagern.
Das klingt fantastisch – und ist es auch. Aber wer schon einmal versucht hat, „mal eben“ etwas Bestimmtes im Netz zu finden, kennt dieses Gefühl: Man öffnet eine Seite, wird neugierig, klickt weiter, verliert den Faden … und steht eine Stunde später mit zehn offenen Tabs da. Ordnung muss also sein. Und genau dafür gibt’s Archive, Datenbanken, Sammlungen – all diese unsichtbaren Helfer, die im Hintergrund alles sortieren, filtern, verknüpfen. Mal nach Thema, mal nach Zeit oder Ort, manchmal sogar nach der Handschrift eines bestimmten Autors.
Besonders spannend finde ich digitale Enzyklopädien. Anders als das altehrwürdige Lexikon im Wohnzimmerregal, hören sie nie auf zu wachsen. Ein neuer Fakt taucht auf? Zack – eingepflegt. Per Link springt man zu verwandten Artikeln, und oft gibt’s gleich Bilder, Tonaufnahmen oder kleine Videoclips obendrauf. Manche basteln sich sogar ihre eigene Startseite, wie eine kleine persönliche Bibliothek.
Heute gibt es Plattformen, die alles Mögliche vereinen: Pressearchive, Film- und Literaturkataloge, biografische Sammlungen, juristische Datenbanken, Kunstverzeichnisse – und daneben noch die hochspezialisierten Angebote für Job- oder Reiserecherche, wissenschaftliche Projekte, Geodaten oder uralte Softwareversionen. Im Grunde hat fast jedes Feld, das man sich ausdenken kann, inzwischen sein eigenes digitales Gedächtnis.
Das eigentliche Herzstück der Archive ist aber etwas sehr Menschliches: das Bewahren. Sie halten fest, was sonst verschwinden würde – Fotos aus einer längst abgerissenen Straße, eine Tonaufnahme mit dem Krächzen einer über hundertjährigen Stimme, historische Karten, zerknitterte Manuskripte. Manche konzentrieren sich auf ganz bestimmte Themen, wie alte Lokalzeitungen oder Handschriften aus einer einzigen Epoche. Über ausgeklügelte Suchfunktionen kann man dann gezielt nach einer Person oder einem Ort suchen, oft so präzise, dass sogar der Eintrag zu einem winzigen Theaterspektakel von 1912 wieder auftaucht.
Interessant: Viele deutsche Archive hängen mittlerweile zusammen wie ein großes Spinnennetz. Ein Klick in ein zentrales Portal – und schon sucht man gleichzeitig in staatlichen, kirchlichen und privaten Beständen. Für Spezialinteressierte gibt es noch Datenbanken, in denen man separat nach Fotografien, Filmmaterial, Urkunden oder sogar persönlichen Nachlässen stöbern kann. Nicht alles ist offen zugänglich, manche Kostbarkeiten bleiben hinter rechtlichen Schranken.
Hinter der gemütlichen Benutzeroberfläche steckt allerdings technische Feinarbeit. Datenbanken speichern streng nach Schema, Archive hingegen verwalten komplette Dateien mit allen Zusatzinfos – den berühmten Metadaten. Für die Langzeitsicherung setzen Fachleute auf Dateiformate, die auch in Jahrzehnten lesbar sind. Außerdem lagern Kopien wichtiger Bestände an mehreren Orten weltweit, damit nichts verloren geht, wenn irgendwo plötzlich das Licht ausgeht oder ein Server abraucht. Museen und Bibliotheken mischen ebenfalls mit: Sie scannen handgeschriebene Werke in erstaunlicher Auflösung ein oder stellen alte Gemälde in digitaler Brillanz ins Netz – so nah, dass man fast die Pinselhaare zählen kann.
WorldWideArchives.de vereint zahlreiche Archive und Datenbanken, darunter Pressearchive, Literatursammlungen, Medienarchive, Informationen zu Personen und Biografien, Kultur- und Künstlerverzeichnisse, Sammlungen zu Film, Theater, Museen und Kunst sowie Nachschlagewerke wie Lexika, Enzyklopädien und Wörterbücher. Ergänzend finden sich Fach- und Wissenssammlungen, Job- und Karrieredaten, Schul- und Studienmaterialien, Reise- und Geoinformationen, Rechtsdaten, Marktplätze für Konsumgüter, Auskunftsdienste und Softwarearchive.
Natürlich ist bis heute nicht alles offen zugänglich, und Gesetze setzen klare Grenzen, besonders bei sensiblen Daten. Aber wenn ich daran denke, wie es früher war – ewig am Lesesaal-Tresen warten, um ein bestimmtes Buch oder Mikrofilmrollen zu sehen – dann ist es schon ein kleines Wunder: Heute reicht oft ein Klick, und das gleiche Material erscheint auf dem Bildschirm, egal ob man in Berlin, Kapstadt oder in einem Café in Porto sitzt. Ein Geschenk für Forschende, Lehrende – und für alle, die einfach neugierig geblieben sind. |